Neues Gaskraftwerk: Die Klimaschäden zahlen wir alle

GRÜNE Mannheim und die Fraktion Die GRÜNEN/Die PARTEI betrachten die Pläne eines neuen Gaskraftwerks der EnBW in Mannheim kritisch 
Die GRÜNEN Mannheim fordern eine Prüfung von Alternativen für das geplante neue Erdgaskraftwerk auf dem Gelände des Großkraftwerks Mannheim. Vor weiteren Schritten müssen klimafreundliche Alternativen transparent geprüft werden und die Betriebskosten sowie Klimafolgekosten weiterer Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden.

Die Optionen, die die Versorgungssicherheit durch stärkere Speicherkapazitäten zu erhöhen, sollten, wo es möglich ist, Priorität haben.

„Ein neues Erdgaskraftwerk verlängert die fossile Abhängigkeit, bindet Kapital und damit Investitionen in eine fossilfreie Energiezukunft und trägt zur Erderhitzung bei. In Mannheim haben wir im Sommer eindringlich erlebt, was die Klimakrise bedeutet. Wir brauchen Investitionen, die unsere zukünftige Energieversorgung sichern und zugleich unsere Lebensgrundlagen schützen“, erklärt Tamara Beckh, Sprecherin der GRÜNEN Mannheim.

„Neue Gaskraftwerke verursachen Klimaschäden in Milliardenhöhe. Wer die dadurch entstehenden Kosten ausblendet, rechnet fossile Energie künstlich günstig. Eine Anlage, die nach Aussagen der EnBW über 100 Tage im Jahr laufen soll, wird  jährliche Klimafolgekosten im dreistelligen Millionenbereich verursachen. Prognosen für den zusätzlichen Bedarf an Gaskraftwerken unterscheiden sich stark. Selbst wenn Gaskraftwerke für Dunkelflauten notwendig werden sollten, sind die von der EnBW angekündigten 4000h Laufzeit im Jahr Regelbetrieb, kein reiner Ausgleich von Kapazitätsschwankungen “, so Julian Maier, Sprecher der GRÜNEN Mannheim.

Auch die angekündigte Möglichkeit einer späteren Umrüstung auf Wasserstoff reicht den GRÜNEN als Absicherung nicht aus.

„‚H2-ready‘ ist kein Klimaschutzversprechen. Entscheidend ist, wann tatsächlich umgestellt wird, woher der Wasserstoff kommt, wie er hergestellt wird und zu welchen Kosten er verfügbar ist. Deutschland braucht einen belastbaren Weg in eine klimafreundliche Energieversorgung“, betont Nina Wellenreuther, energiepolitische Sprecherin der Fraktion Die GRÜNEN/Die PARTEI

Die GRÜNEN nehmen Versorgungssicherheit ernst. Sie fordern eine transparente Prüfung, wie der Standort GKM zu ihr beitragen kann durch das Zusammenspiel von Batteriespeichern, erneuerbaren Energien, flexibler Stromnachfrage, Netzausbau und weiteren klimafreundlichen Lösungen. Die Ergebnisse sollen öffentlich vorgestellt und die Mannheimer Bevölkerung frühzeitig beteiligt werden.

Zugleich appellieren die GRÜNEN an das Land Baden-Württemberg und den Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, ihre Verantwortung als Hauptanteilseigner der EnBW wahrzunehmen. Beide halten jeweils 47 Prozent der Unternehmensanteile.

„Baden-Württemberg will bis 2040 klimaneutral sein. Als Hauptanteilseigner der EnBW muss das Land dafür sorgen, dass dieses Ziel auch die Investitionsentscheidungen des Unternehmens prägt. Ein neues Erdgaskraftwerk schafft fossile Abhängigkeiten, die weit in die Zukunft reichen.“, so Gabriele Baier, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Die GRÜNEN/Die PARTEI.