Nach tausenden Hitzetoten in Deutschland: Mannheim muss jetzt hitzefest werden
Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts machen deutlich, wie dramatisch sich die Klimakrise bereits heute auf unser Leben auswirkt: Allein die Hitzewelle im Juni 2026 hat nach aktuellen Schätzungen rund 5.100 Menschenleben in Deutschland gekostet. Besonders betroffen waren ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.
Für den Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Mannheim ist deshalb klar: Hitzevorsorge ist längst eine Frage des Gesundheitsschutzes und des Schutzes von Menschenleben.
„Die Klimakrise ist in unserem Alltag angekommen. Wenn Hitze tausende Menschenleben kostet, können wir uns nicht länger fragen, ob wir handeln sollten, sondern nur noch, wie schnell wir handeln können. Die Krankenhäuser und die Altenheime wurden durch die Hitzewelle im Juni dramatisch überlastet. Bestattungsunternehmen kommen nicht hinterher und man wartet stellenweise bei einem Notfall 60 Minuten auf einen Krankenwagen. Jede entsiegelte Fläche, jeder neue Baum und jeder schattige Platz macht unsere Stadt lebenswerter und schützt die Menschen, die in ihr leben.“
Julian Maier, Sprecher des Kreisverbands
Mannheim zählt seit Jahren zu den heißesten Städten Deutschlands. Der hohe Versiegelungsgrad sorgt dafür, dass sich Straßen und Plätze tagsüber massiv aufheizen und die Wärme auch nachts nur langsam wieder abgeben. Gerade dicht bebaute Innenstadtbereiche entwickeln sich dadurch zu regelrechten Hitze-Hotspots.
Umso wichtiger sind Projekte, die unsere Stadt klimaresilient machen. Die Stadtverwaltung hat inzwischen bestätigt, dass sie die Entsiegelung des Parkplatzes M4A grundsätzlich prüft und dort eine begrünte Aufenthaltsfläche schaffen möchte. Derzeit wird eine Kostenschätzung erarbeitet. Der Kreisverband begrüßt diesen Schritt ausdrücklich und wirbt dafür, Klimaanpassung als Zukunftsinvestition zu verstehen.
„Es freut uns, dass die Stadt die Entsiegelung von M4A ernsthaft prüft. Solche Projekte sind keine Luxusmaßnahmen, sondern Investitionen in Gesundheit und Lebensqualität. Wir haben aber in der Vergangenheit gesehen, dass Klimaanpassungsmaßnahmen immer weiter nach hinten priorisiert wurden. M4A ist schon seit Jahren im Gespräch – die Stadt muss jetzt in die Umsetzung kommen. Gerade in Zeiten zunehmender Hitze brauchen wir mehr Orte, die Menschen Abkühlung bieten. Deshalb kann M4A nur der Anfang sein“
Tamara Beckh, Sprecherin des Kreisverbands
Mit ihrer aktuellen Klimakampagne machen die Grünen Mannheim auf genau diese Herausforderungen aufmerksam. Unter dem Motto „Klima! Who cares? We care.“ setzt sich der Kreisverband für eine klimaangepasste Stadtentwicklung ein. Dazu gehören mehr Stadtgrün, Entsiegelung, Schattenplätze, Schwammstadt-Konzepte sowie Maßnahmen gegen Starkregen und Hochwasser.
Die Entsiegelung des Parkplatzs M4A ist dabei ein konkretes Beispiel dafür, wie Klimaanpassung unmittelbar vor Ort gelingen kann. Wo heute Asphalt die Hitze speichert, könnte künftig ein grüner Aufenthaltsort entstehen, der die Umgebung kühlt, Regenwasser aufnimmt, die Artenvielfalt stärkt und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt deutlich verbessert.
Um dieses Projekt zu unterstützen, haben die Grünen Mannheim eine Petition auf Change.org gestartet. Unter dem Titel „Parkplatz M4A entsiegeln“ können Bürgerinnen und Bürger ihre Unterstützung für die Umgestaltung der Fläche zu einem grünen Stadtplatz ausdrücken.
„Die Klimakrise verlangt nach guten Ideen und entschlossenem Handeln. Ohne tatsächlich wirksame Hitzeschutzkonzepte wird sich die Lage in Zukunft nicht bessern. Mannheim hat die Chance, zu zeigen, wie sich eine Stadt Schritt für Schritt an ein heißeres Klima anpasst. Ideen dafür gibt es genug, sie müssen jetzt umgesetzt werden.”, sagen Tamara Beckh und Julian Maier, das Sprecher*innenduo der Mannheimer Grünen.
Der Kreisverband ruft alle Mannheimerinnen und Mannheimer dazu auf, die Petition zu unterschreiben und gemeinsam ein Zeichen für eine klimaresiliente und lebenswerte Stadt zu setzen. Denn eines ist klar: